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Fragen
an Slubice
Die polnische Stadt Slubice liegt jenseits der Oder gleich gegenüber der
Stadt Frankfurt. Als ehemalige Dammvorstadt von Frankfurt wurde sie nach
dem Zweiten Weltkrieg zur selbständigen Stadt. Slubice ist mit seinen
17.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die kleinste Universitätsstadt (Collegium
Polonicum) des Alten Kontinents. Im Jahre 2003 findet neben dem
750-jährigen Stadtjubiläum Frankfurts das Projekt Europagarten 2003
Frankfurt/Oder Slubice statt, was ein internationales städtetouristisches
Publikum in die beiden Städte ziehen soll. Dies ist neben der bereits
bestehenden, vergleichsweise guten Zusammenarbeit zwischen Rat und Verwaltung
der beiden Städte eine weitere Herausforderung für die europäische Zusammenarbeit,
die sich hier im öffentlichen Raum, an den Gebäuden und in der Stadtplanung
konkretisieren soll. Die Voraussetzungen und Bedingungen für eine Stadtplanung
in Slubice sind völlig andere, als wir sie kennen. Nicht nur der administrative
Aufbau und die politische Entscheidungsfindung laufen dort andersartig,
nein; auch das, was wir städtebaulich vorfinden, erlaubt keine Übertragbarkeit
von Grundsätzen und Regeln unserer Stadtplanung und unseres
Städtebaus. So kennen zum Beispiel alle nach 1945 errichteten Gebäude
keine Grundstücksgrenzen, wenn es sich nicht um Einfamilienhäuser handelt.
Im Projekt soll als erster unabwendbarer Schritt das Aufsaugen dieser
Andersartigkeit im Städtebau (und der Stadtplanung) stehen. Das Freimachen
von unseren gängigen Kategorien der Bestandsaufnahme und bewertung
ist hier gefragt. Der Projektanbieterin schweben viele Anknüpfungspunkte
und Ideen hinsichtlich der Fragen an Slubice vor. Es bestehen
unter anderem Kontakte zu einer KünstlerInnengruppe aus Slubice und Frankfurt,
die mit ihrem Projekt Slubfurt (m)eine Stadt zeitweise öffentlich
Aktionen mit städtebaulicher Dimension durchgeführt hat. Trotz allen Wunderns,
Fragens und Andersseins sollen Antworten für Slubice gefunden
werden. Obwohl die Projektanbieterin normalerweise auf die Frage Was
tun? antwortet:. Dann zeichnen wir einen Plan, soll
gerade nur dies nicht das Ziel des Projektes sein. Es soll vielmehr darum
gehen, in engem Kontakt zur Slubicer Stadtverwaltung und Politik, zum
Collegium Polonicum und zur Slubicer Bevölkerung Ideen für städtebauliche
Projekte zusammenzustellen und Maßnahmen zu initiieren. Neudenken, Andersdenken,
Querdenken ist also verlangt!
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